Von Burgunda und Walter Stuber
Eine gesegnete Zeit am Roten Meer und auf den Spuren der koptischen Christen
Unsere jüngste Ägyptenreise war ein Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mit einer wunderbaren Gruppe von 17 Teilnehmern machten wir uns von Frankfurt aus auf den Weg in ein Land, das reich an Geschichte, Kultur und tiefen spirituellen Eindrücken ist. Geleitet wurde unsere Reise von Renate und Hans-Martin Stäbler, der als langjähriger Geschäftsführer des CVJM Bayern und von Christen in der Wirtschaft (faktor c) die Reise nicht nur organisatorisch, sondern vor allem geistlich bereicherte. Ebenso durften wir uns über die Begleitung von Elke und Dr. Roland Werner freuen, die uns mit ihrem immensen Wissen tiefgehende Einblicke in die Region und ihre Religionen gaben.
Unsere erste Woche verbrachten wir im wunderschönen SUNRISE Royal Makadi Resort in Hurghada. Jeder Tag begann um 9 Uhr nach einem reichhaltigen Frühstück mit einem geistlichen Impuls von Hans-Martin Stäbler. Gemeinsam sangen und beteten wir, was unsere Gemeinschaft von Tag zu Tag mehr stärkte. Die Nachmittage boten viel Raum für Erholung und Aktivitäten: Wir besuchten die Altstadt von Hurghada, schnorchelten im kristallklaren Wasser des Roten Meeres und einige von uns hatten sogar die Gelegenheit, mit Delfinen zu schwimmen. Bei angenehmen 24 bis 26 Grad genossen wir die herrlichen Poolanlagen und das Meer.
Besonders bereichernd waren die abendlichen Beiträge von Roland und Elke Werner. Um 17 Uhr versammelten wir uns, um mehr über den Islam zu erfahren. Dr. Roland Werner, der als Theologe, Linguist und Autor tief in der Materie verwurzelt ist und lange Zeit in Ägypten gelebt hat, erklärte uns auf beeindruckende Weise die Entstehung und Entwicklung des Islam. Wir lernten, wie der Islam im 7. Jahrhundert durch den Propheten Mohammed auf der arabischen Halbinsel entstand und welche Bedeutung die fünf Säulen für das Leben der Muslime haben. Ein besonderer Fokus lag auf dem Familienzusammenhalt im Islam, der durch gegenseitigen Respekt, die Fürsorge für Kinder und die Ehrung der Eltern geprägt ist. Diese differenzierten Einblicke halfen uns, die Kultur des Landes, das wir bereisten, noch besser zu verstehen.
Am Sonntag, den 8. März, ließen wir das Rote Meer hinter uns und fuhren mit dem Bus Richtung Kairo. Unser Ziel war Anafora, eine beeindruckende Klosteranlage der koptischen Christen. Dieses von Bischof Thomas gegründete Rückzugszentrum in der Wüste ist ein Ort des Friedens, der Ökumene und der ganzheitlichen Stärkung des Menschen. Wir durften zwei Tage im Gästehaus des Klosters verbringen und wurden mit traditionellem, reichhaltigem Essen bewirtet. Von dort aus besuchten wir weitere interessante Klöster und tauchten tief in das Leben der koptischen Christen ein.
Die letzten drei Nächte unserer Reise verbrachten wir im World Trade Center Hotel in Kairo. Ein absolutes Highlight war der Besuch des neu eröffneten Grand Egyptian Museum (GEM). Dieses gigantische Museum, das größte archäologische Museum der Welt, beherbergt unter anderem die vollständige Tutanchamun-Sammlung. Man bräuchte eigentlich mehrere Tage, um all die Schätze und die faszinierende Geschichte Ägyptens, die dort präsentiert wird, in Gänze zu erfassen. Natürlich durfte auch ein Besuch der berühmten Pyramiden von Gizeh nicht fehlen, die uns mit ihrer schieren Größe und Präzision in Staunen versetzten.
Dank Elke und Roland Werner, die Kairo aus ihrer eigenen Zeit dort bestens kennen, hatten wir stets fachkundige Erklärungen aus erster Hand. Ein deutschsprachiger Reiseführer Mica begleitete uns ebenfalls, und zu unserer Sicherheit war stets ein Polizist an unserer Seite, was uns ein sehr gutes und sicheres Gefühl gab.
Unsere geistliche Gemeinschaft riss auch in Kairo nicht ab; wir hatten weiterhin täglich unsere Impulse. Ein weiterer tiefgreifender Moment war der Besuch des Zabbaleen-Viertels, der sogenannten Müllstadt, wo wir lernten, wie die dort lebenden koptischen Christen den Müll der Millionenmetropole sammeln und recyceln. Dort besuchten wir auch das Kloster des Heiligen Simon des Gerbers, eine gewaltige Höhlenkirche im Mokattam-Berg, die Tausenden von Gläubigen Platz bietet und ein starkes Zeugnis des koptischen Glaubens in Ägypten ist. Wir besuchten zudem Alt-Kairo mit seinen historischen Kirchen, ein weiteres Zeugnis der frühen Christenheit.
Wir blicken dankbar zurück auf eine Reise voller Gemeinschaft, geistlichem Wachstum und unvergesslicher kultureller Eindrücke. Es war wahrhaftig eine gesegnete Zeit, in der wir nicht nur viel über Ägypten und den Islam gelernt haben, sondern auch im Glauben gestärkt wurden.
Burgunda und Walter Stuber












Fotos: Renate Stäbler